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Fischer und Boote
Das Fischen in Kovalam ist nachhaltig seit das Dynamitverbot endlich durchgesetzt wurde.
Es ist sehr reizvoll morgens ein Boot zu mieten und den wahrscheinlich letzten Küsten-Fischern bei den verschiedenen Tätigkeiten zu zuschauen.
Netzfischen, Muscheltauchen, mit Harpune jagen, Hummer und Tintenfische von Hand fangen etc..
Einige Fischer nehmen Sie auch gern auf dem eigenen Boot mit, um das Einkommen für die arbeitslose Monsunzeit zu erwirtschaften.
Unser Wissen ist ein Tropfen.
Was wir nicht wissen, ist ein Ozean.
Isaac Newton (1643-1727)
Die verwendeten traditionellen Boote werden von den Einheimischen Katamaran Boot genannt. Sie sind wahrscheinlich vor ca. 5000 Jahren von Afrika gekommen und werden seither unverändert so weiter gebaut. Sie bestehen aus vier langen, schweren Stämmen. Diese werden jeden Morgen zusammen gebunden und nach getaner Arbeit einzeln am Strand zum Trocknen hingelegt. Manchmal kann man auch noch ein Katamaran Boot mit Segel sehen. Durch ihr Gewicht und ihre flexible Bauweise sind sie auch bei höherem Wellengang wirklich sicher für die Fischer.
Allein zu beobachten wie die hier wirklich fröhlich wirkenden Fische um die Boote der Muscheltaucher herumschwimmen, um ganz ohne Anstrengung besonders leckere Nahrung zu finden, ist ein Erlebnis, auch für Vegetarier.
Oft sehen die Fischer unter Wasser nach, ob die Muscheln genügend Fleisch enthalten. Manche verspielten Naturen lassen sich dann das Muschelfleisch von den Fischen aus der Hand knabbern.
Mit unglaublicher Eleganz tauchen die Fischer wieder und wieder, bis das Boot mit der gewünschten Anzahl Muscheln gefüllt ist.
Die Taucher haben wenig natürliche Feinde: der eine ist die Muräne (eelfish), die sich zwischen Muscheln und Lobstern ausserordentlich wohl fühlt und dann schon einmal einen unachtsamen Fischer schmerzhaft beissen kann, der andere Feind bei der Arbeit sind die immer massiver und häufiger auftretenden speedboats. Als ich einen Fischer fragte, ob das so stimmt, überlegte er kurz und meinte dann: "die Muränen sind eigentlich keine Feinde, sie helfen uns auch." (siehe unten)
Der übliche Speedboat trip dauert etwa 3-5 min und ist besonders bei den Indern beliebt. Mit viel Krach und Gestank, oft eine Ölspur hinter sich herziehend in Hoch-
geschwindigkeit rast man über das Meer. Bei gewagten Manövern und bei Seegang kommt es hier häufig zu Unfällen. Die Speedboote dürfen eigentlich erst ab elf Uhr ihren Betrieb aufnehmen, um das Fischen nicht zu stören. Bei entsprechender Nachfrage starten sie jedoch sehr viel früher. Dies kann man ruhig bei der allgegenwärtigen Touristenpolizei melden. Nicht zuletzt sind die Boote auch für Schwimmer sehr störend, eine eingehaltene speed-freie Zeit ist eine grosse Entlastung.
Wenn Sie frischen Fisch entlang der Küste essen wollen, werden Sie enttäuscht sein. Die Restaurants beziehen ihre tiefgekühlten Meeresspezialitäten fast ausschliesslich vom preisgünstigen Grosshändler.

Hat man Glück, kann man
frisch gegrillten Fisch bei den Fischern kaufen. Fragen Sie einfach, die Fischer beissen nicht!
Frisch gegrillter Fisch oder Hummer auf den Felsen am Meer..... Kaufen Sie eine Limone dazu!
In diesem Zusammenhang möchte ich noch das soziale Netz der Fischer erwähnen:
Insgesamt bis zu 6 Personen helfen bei jedem der Fischer, die mit den Katamaran Booten auf das Meer fahren:
beim Zusammenbau,
bei der Abfahrt ins Meer,
später bei der Ankunft,
beim Auseinanderbau,
bei der Reinigung,
Trocknung
und dem Wegtragen.

Bedenken Sie dies, wenn Sie über Preise verhandeln.

Von angenommenen 1000Rs Einkommen an einem guten Tag bleiben dem Fischer letztlich nach Abzug aller Spesen -siehe oben- vielleicht
300 Rs., das entspricht etwa dem Betrag, den eine Fischerfamilie pro Tag zum Überleben braucht.
300 Rs., das entspricht etwa dem Preis für
2 Tassen Kaffee in Europa.
Immer wieder gibt es auch Tage, an denen die Fischer mit leerem Boot zurückkommen....

Hinzu kommt das Gehalt für die Personen, die beim Fischverkauf helfen, und natürlich für den Rikshaw Fahrer für die Fahrt zum Markt.
Wer keine Arbeit hat, geht an den Strand und wartet bis es Arbeit gibt. Ein Mittagessen ist fast immer zu verdienen.

Auch die älteren Fischer, die selbst nicht mehr rausfahren, haben so ein kleines Einkommen.

Mit dumping Preisen von Tiefkühlfisch aus der Massenfischerei kann man hier nicht mithalten. Das ist auch ein Grund, warum man in Kovalams Restaurants selten Fisch aus Kovalam zu essen bekommt.
Übrigens fischen in Kovalam - entgegen aller Behauptungen in Reiseführern - Moslems, Hindus und Christen in der selben Bucht im selben Meer. Es gibt auch öfter mal Streitereien, aber die sind eher harmlos und haben weniger mit Religion zu tun. Sie bewegen sich eher rund ums Geld.
Die oben genannte Muräne, moray eel,
von den Einheimischen eel fish genannt, wird übrigens nicht als Speisefisch aber manchmal als Medizin verzehrt! Sie soll u.a. bei Asthma helfen, ausserdem den ganzen Körper stärken.
" Die Muränen reinigen das Wasser wie es die Krähen an Land tun, irgend ein totes oder verletztes tier? Die Muräne riecht Totes sofort und ist schnell wie ein Hai zur Beseitigung vor Ort. "Muräne und Lobstersitzen sitzen am selben Tisch und diskutieren freundlich.
Die Muräne ist der Wächter vor der Haustür desLobsters. Sie beschützt ihn. Ist der Lobster aber verletzt wird die Muräne sich blitzschnell auf die Beute stürzen."